Netflix will Angriff auf Hollywood starten

Dem herkömmlichen Fernsehen konnte der Streaming-Riese Netflix bereits einige Kunden abgewinnen. Der Trend geht immer mehr zu Video-on-demand. Man will sich selbst aussuchen, was man wann wo schaut und will sich nicht an den Programmen der Sender orientieren müssen. Nun plant Netflix offenbar die Ausweitung des Geschäftsbereiches auf weitere Sektoren und will das Kino überflüssig machen.

Mit erfolgreichen Eigenproduktionen wie “House of Cards”,  “Narcos” oder “Orange is the new Black” macht sich das US-Amerikanischer Unternehmen auf dem umkämpften Unterhaltungsmarkt breit und gewinnt so einige Kunden für sich. Netflix zählt mittlerweile über 100 Millionen und wächst immer schneller. Den TV-Sendern hat Netflix bereits den Rang abgelaufen, fast 100 Eigenproduktionen sind dieses Jahr für den Emmy – einer der bedeutendsten Fernsehpreise der Vereinigten Staaten – nominiert. Damit überholt der US-Konzern einige etablierte Sender wie FOX, NBC oder CBS.

Netflix gibt sich mit diesen riesigen Erfolgen nicht zufrieden, sondern will weiter expandieren. Nun soll der Kinomarkt revolutioniert werden. Das ausgeschriebene Ziel sei es, dass die Zuschauer nicht mehr in die Kinos gehen müssten, um die aktuellsten Hochkaräter anzuschauen, sondern dies Zuhause über Netflix machen zu können. Diesen Vorteil der Kinos, immer die aktuellsten Filme zeigen zu dürfen, will das Unternehmen jetzt für sich gewinnen. Beginnen soll der Feldzug gegen die Lichtspielhäuser im Dezember diesen Jahres mit dem Fantasy- Thriller “Bright” mit Superstars wie Will Smith und Joel Edgerton, welcher exklusiv auf Netflix erscheinen soll und nicht in die Kinos kommt.  Dabei spielen die Produktionskosten in Höhe von 90 Millionen Euro eine eher nebensächliche Rolle. Die offensive Einstellung gegen die Kinos wird so auch im aktuellen Geschäftsbericht angekündigt:

“Wir verstehen, dass unserer Ansatz Filmpremieren zuerst auf Netflix zu veröffentlichen gegen Hollywoods Tradition verstößt. Genauso wie wir das Fernsehgeschäft grundlegend verändert haben, glauben wir fest daran, dass Internet-TV auch das Filmgeschäftneu beleben kann.”
Das uns allen bekannte Prinzip, dass neue, große Filme zunächst im Kino, dann erst nach einer gewissen Zeit auf Blu-Ray und DVD und nach noch längerer Zeit im Fernsehen erscheinen, könnte damit durcheinandergebracht werden. Produzenten sowie Filmemacher verdienen Milliarden daran und sträuben sich deshalb gegen Netflix’ Ambitionen. Das traditionelle Hollywood könnte seinen Sonderstatus verlieren, schon gehen weniger Menschen ins Kino – wegen sehr gutem Online-Angebot der Streaming-Dienste.

Die Lösung? Laut Gerber Kawasaki, einem Investment Manager aus Kalifornien soll Netflix ein Premium-Abo anbieten, in dem Nutzer Kinoinhalte der großen Filmstudios Universal, Twentieth Century Fox oder Disney sehen können. Das wäre das Ende des klassischen Kinos. Aber der Nationalverband der Kinobesitzer bleibt optimistisch: “Die Menschen sind begeistert, wenn sie ins Kino gehen“, so der Vizepräsident Patrick Corconan. Meiner Meinung nach lässt sich das Kino in Zeiten der Beamer, Soundsysteme und Polstersessel auch zuhause realisieren.

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